Messerscharf bedacht

In den Sommermonaten herrscht an den Tauchbasen Hochkonjunktur. Viele Urlaubstaucher nutzen die Gelegenheit, mit dem Boot rauszufahren und sich das ein oder andere Wrack anzuschauen. Dabei sollte ein Sicherheits-Tool nicht vergessen werden … Mancher erinnert sich: Wer früher als Taucher etwas auf sich hielt, hatte ein Messer. Ein richtiges Messer. Damals lief aber auch noch Crocodile Dundee im Kino. Tatsächlich konnte man regelmäßig beobachten, wie Tauchguides etwa Seeigel regelrecht geschlachtet haben, um der Gruppe eine möglichst spektakuläre Fischfütterung zu präsentieren. Mögen diese Bilder in der Vergangenheit ruhen. Doch wichtig ist das Messer auch heute noch. Vielleicht sogar mehr denn je. Wracks sind beliebte Angelplätze, denn hier verstecken sich gern größere Fische. Doch wie leicht kann ein Pilker an einem hölzernen Spant hängenbleiben? Einige Wracks sind daher mit Angelschnüren regelrecht überwoben. Eine nicht unerhebliche Gefahr für Taucher, die sich mit ihrer Ausrüstung darin verfangen können. Das geht schneller, als man glaubt, da man die durchsichtigen Schnüre meist erst zu spät bemerkt. Dann heißt es Ruhe bewahren. So eine Situation kann der Auslöser einer Panikkette sein. Zunächst einmal muss der Gruppe die Problemsituation signalisiert werden. Ob man die Situation allein lösen kann, hängt auch von der persönlichen Konfiguration der Ausrüstung ab. Ein kleines! Messer in der Begurtung und ein Line-Cutter am Handgelenk haben sich bewährt, da man so in verschiedenen „Fang-Situationen“ an sein Schneidewerkzeug kommt. Hat sich die Sehne allerdings an den Flaschenventilen oder in den Flossen-Schnallen verfangen, hat man kaum eine Chance, sich selbst zu befreien. Deshalb ist es so wichtig, dass jeder Taucher über ein Messer verfügt. Das klappt auch mit sparsamem Urlaubsgepäck. Die Schlaufe eines Line-Cutters kann man problemlos am Armband des Computers befestigen. Das ist besser als nichts. Denn eine Problemsituation kann schneller eintreten als man glaubt. Ein nicht seltenes Risiko ist auch das Bojenspool, wenn dieses irgendwo außen an der Ausrüstung verklippt ist. Ist die Schnur nicht wirklich straff aufgewickelt und idealerweise an der Schlaufe mit einem Doppelender gesichert, besteht die Gefahr des ungewollten Abrollens. Ich habe Taucher gesehen, die ihre halbe Ausrüstung verwickelt hatten. Da hilft nur eins: Cut. Text + Foto: Elmar Klemm

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