
Die neue Saison steht in den Startlöchern – und vielleicht stellst du dir schon eine Liste aus den zahlreichen Ausfahrtsangeboten zusammen. Doch gerade beim Tauchen mit neuen Partnern solltest du auf einen soliden Buddy Check besonderen Wert legen. Denn die meisten Zwischenfälle passieren nicht während des Tauchgangs, sondern bereits bei der Vorbesprechung.
Zur Auffrischung gehen wir mit dir einmal die Tauchgangsvorbereitung durch. Diese sollte alle wesentlichen Punkte enthalten, aber dennoch kurz gehalten werden.
Persönliche Vorstellung
Stellt euch kurz vor und tauscht Erfahrungsstand und die Anzahl der Tauchgänge aus. Passt ihr überhaupt zusammen? Ist der Tauchplatz schon bekannt? Handelt es sich womöglich um einen Wiederholungstauchgang? Wie sind Wohlbefinden und Gesundheitszustand? Wurden irgendwelche Medikamente oder Alkohol zu sich genommen?
Checkformel
Das Abklopfen der Fakten erfolgt nach einem Schema. Dazu gehören zunächst Informationen zum Tauchplatz und seinen Anforderungen, die Sicherheitssituation, zum eigentlichen Tauchziel mit eventuellen Aufgaben und natürlich zum Team. Anschließend wird die Ausrüstung systematisch von der Maske bis zu den Flossen durchgesprochen. Als Gedankenstütze haben viele Verbände eine Formel entwickelt. Bei PADI heißt es „Taucher brauchen saubere Luft“, bei SSI „Taucher brauchen sehr viel Luft“. Der VDST startet mit dem GET READY und GUE folgt der GUE EDGE. Generell schadet es nicht, sich mit allen Briefings einmal zu beschäftigen, denn man weiß ja nie, auf welche Taucher man trifft. Inhaltlich sagen sie im Grunde alle das gleiche. Wir prüfen:
- Öffnung der Ventile
- Funktion der Inflator
- Vollständigkeit der Instrumente
- Blei
- Lampentest
- Gase
- Gegebenenfalls Beintaschen-Inhalt
- Reglertest und Bubblecheck
Ein wichtiger Punkt ist außerdem der Ablauf des Tauchgangs. Wie lange und wie tief wollt ihr tauchen? Und wer übernimmt die Führung? An dieser Stelle macht Sinn, auch einmal kurz die wichtigsten Handzeichen durchzusprechen.
Der erste Eindruck
Bei neuen Partnern ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten, insbesondere bei den wichtigen Ausrüstungsteilen. Was für ein Jacket taucht dein Buddy? Hat er Bleitaschen oder vielleicht verschraubte P-Weights? Und wo liegen die Schnellablässe? Du wirst schnell merken, ob du es mit einem routinierten Taucher zu tun hast oder nicht. Das verrät oft schon der erste Blick auf die Konfiguration. Sind die Regler funktionstüchtig und geordnet? Sind die Schläuche mit passenden Längen sauber geführt? Der Hauptregler sollte mit einem Karabiner gesichert sein. Der Zweitautomat wird mit einem Necklace oder als Oktopus arretiert. Das ist meist ein gutes Zeichen. Bemerkst du bei deinem Gegenüber Nervosität und Unsicherheit bei dieser Routineübung, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Im Zweifel für die Sicherheit. Ein Buddy Check kann auch zu dem Ergebnis führen, das man vielleicht doch nicht so gut zusammenpasst.
Text: Elmar Klemm
Foto: Walter Domscheit

