Wir stellen euch die Top Dive Shops vor. Wer sind die Macher? Und welche regionalen Schwerpunkte gibt es? Heute geht es ins vornehme Hamburger Alsterviertel Uhlenhorst. Im Taucher-Zentrum haben sich schon ganze Generationen heimisch gefühlt. Das Geschäft existiert bereits seit 1949 und wird seit 2024 von Maik Hasselfeld geführt.
Maik: Wenn man morgens die Tür aufschließt, öffnet man nicht einfach irgendeinen Tauchshop – man öffnet ein Stück Hamburger Tauchgeschichte. Generationen von Tauchern haben hier ihre erste Maske gekauft, von ihrem ersten Tauchgang geträumt oder den Grundstein für lebenslange Freundschaften gelegt. Diese Geschichte weiterführen zu dürfen, erfüllt mich mit großem Stolz, aber auch mit Respekt. Ich möchte das bewahren, was diesen Ort seit Jahrzehnten besonders macht und gleichzeitig den Mut haben, neue Wege zu gehen. Das Taucher-Zentrum soll ein Ort sein, an dem aus Neugier Begeisterung wird. Ich habe das Taucher-Zentrum gemeinsam mit einer Geschäftspartnerin übernommen und in einer intensiven Zeit viel aufgebaut und bewegt. Leider musste Jenni das Unternehmen aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Für mich beginnt damit ein neuer Abschnitt. Ich übernehme künftig die alleinige Verantwortung und werde unsere gemeinsame Aufbauarbeit mit viel Energie und einer klaren Vision fortführen.
Unterscheidet sich denn der Markt in Hamburg von anderen Regionen?
Maik: Hamburg ist eine Stadt mit Fernweh. Viele Menschen träumen von tropischen Riffen, warmem Wasser und dem tiefen Blau des Meeres. Was viele dabei vergessen: Das nächste große Unterwasserabenteuer beginnt nicht erst am Flughafen. Direkt vor unserer Haustür liegen spannende Tauchplätze. Unsere heimischen Gewässer sind vielleicht nicht immer warm und türkisblau, aber sie haben ihren ganz eigenen Zauber. Genau darin liegt unsere Aufgabe: Wir möchten Menschen nicht nur für einen Urlaub ins Wasser bringen, sondern ihnen zeigen, dass Tauchen zu einem echten Bestandteil ihres Lebens werden kann.
Schwebt dir dabei eine bestimmte Positionierung vor?
Maik: Das Taucher-Zentrum soll ein Zuhause für alle Menschen sein, die die Unterwasserwelt entdecken möchten – unabhängig davon, ob sie gerade ihre erste Maske aufsetzen oder bereits seit Jahrzehnten tauchen. Wir möchten Einsteiger mit derselben Begeisterung empfangen wie erfahrene technische Taucher. Aber Tauchen besteht für mich aus viel mehr als Kursen und Equipment. Es geht um Vertrauen, gemeinsame Erlebnisse und diese ganz besonderen Geschichten, die man nach einem Tauchgang mit leuchtenden Augen erzählt.
Auf deine Augen trifft das jedenfalls zu. In der Saison trifft man dich an allen
einschlägigen Spots im Umland …
Maik: Tauchen ist für mich nicht einfach ein Beruf. Sobald ich am Wasser stehe, die Flaschen klacken höre und der typische Geruch der Ausrüstung in der Luft liegt, bin ich in meinem Element. Dieser Moment kurz vor dem Abtauchen, wenn die Oberfläche über einem verschwindet und es plötzlich ruhig wird, fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Besonders erfüllend ist es, andere Menschen dabei zu begleiten. Ich sehe die Aufregung vor dem ersten Tauchgang, das Staunen unter Wasser und anschließend dieses breite Grinsen, sobald sie wieder auftauchen. Genau dafür bin ich so oft an den Tauchplätzen unterwegs.
Welche Spots in der Gegend steuerst du mit deinen Schülern denn besonders gern an?
Maik: Hemmoor ist für unsere Ausbildung ein ganz besonderer Ort. Die guten Sichtweiten, unterschiedlichen Tiefen und zahlreichen versunkenen Attraktionen machen jeden Tauchgang zu einer kleinen Entdeckungsreise. Dort können Anfänger ihre ersten Freiwassertauchgänge erleben, während erfahrene Taucher immer wieder neue Herausforderungen finden. Auch der Schweriner See ist für uns ein wichtiges Ziel. Er eignet sich hervorragend für entspannte Ausbildungs- und Fundives und zeigt, wie abwechslungsreich heimische Seen sein können. Mein Herz schlägt aber besonders für die Ostsee. Rund um Fehmarn, Kiel, Eckernförde und an der dänischen Küste wartet echtes Meerestauchen: Wellen, Strömung, wechselnde Sichtweiten und Wracks, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.
Das klingt spannend. Gibt es konkrete Pläne für die nahe Zukunft?
Maik: Ich möchte das Taucher-Zentrum zu dem Ort machen, an dem Tauchabenteuer beginnen. Dazu werden wir unsere Ausbildung, Ausfahrten, Gruppenreisen und Angebote an der Ostsee weiter ausbauen. Gleichzeitig sollen unsere Werkstatt, der Ausrüstungsservice und die digitale Kommunikation moderner und kundenfreundlicher werden. Besonders wichtig ist mir aber die Gemeinschaft. Menschen sollen bei uns nicht nur einen Kurs buchen oder eine Ausrüstung kaufen. Meine Vision ist ein Taucher-Zentrum, das Tradition und Zukunft miteinander verbindet: Ein Treffpunkt für die norddeutsche Tauchszene und ein Ort, an dem aus Kunden Tauchfreunde werden.
Wir freuen uns, dich auf deinem motivierten Weg zu begleiten
Interview & Text: Elmar Klemm
Foto: Taucher-Zentrum

