Erste-Hilfe-Kurse für Taucher

Mancher wird die Situation schon einmal erlebt haben. Man schlendert durch die Einkaufsmeile, ist auf der Arbeit oder besucht eine Veranstaltung – und plötzlich kollabiert jemand in unmittelbarer Nähe. Und dann geschieht oft, was nicht passieren sollte: die meisten tun so, als hätten sie es nicht bemerkt. Die wenigsten beginnen mit Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Dabei hat der Großteil der Bevölkerung einen Erste-Hilfe-Kurs besucht: während des KFZ-Führerscheins. Da ist die Scheu vor verblassten Kenntnissen verständlich. Mal ganz davon abgesehen, dass sich viele Rettungstechniken inzwischen auch grundlegend geändert haben. Als Taucher sind wir etwas besser aufgestellt. Unabhängig bei welchem Verband, Erste-Hilfe-Angebote gibt es überall. Sie nennen sich „Rescue Diver“, „Stress & Rescue“ oder „Retten und Bergen“ und meinen das gleiche: die effektiven Sofortmaßnahmen, um einem verunfallten Taucher helfen zu können. Wie war das noch mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung und dem Abba-Song? Muss ich wirklich die Rippen brechen hören? Und traue ich mich, mit dem Defibrilator Elektroschocks ans Herz zu senden?

Sicher, keine leichten Fragen, die unter der Stresssituation eines akuten Unfalls noch schwerer zu beantworten sind. Deshalb ist es so wichtig, diese Routinen einsatzbereit zu halten. Einige Tauchverbände fordern zumindest von ihren Ausbildern den regelmäßigen Nachweis von Schulungs-Updates. Das ist sicher vernünftig. Doch auch als „gewöhnlicher“ Taucher kann man schon sehr viel tun, um die Sicherheits-Standards am Tauchplatz deutlich zu erhöhen.

Als erstes stellt sich die Frage: Wie lange ist mein letzter Erste-Hilfe- oder HLW-Kurs eigentlich her? Doch schon wieder fünf Jahre? Dann wird es Zeit für eine Auffrischung. Denn hier geht es nicht darum, nur ein Kärtchen für den nächsten Schein einzusammeln. Frag doch einfach mal bei deiner Tauchschule nach dem nächsten Termin. Oder vielleicht bereitet auch gerade eine andere Top Dive Tauchschule einen passenden Kurs vor? Schau ruhig mal nach.

Eine gute Vorbereitung: Vielleicht ist in deiner Tauchgruppe jemand Arzt, arbeitet im Sanitätsdienst oder bei der Feuerwehr? Dann schlage doch einfach mal vor, beim nächsten Hemmoor-Wochenende auf der Wiese eine Rettungsübung durchzuführen. Bestimmt findest du schnell ein paar Mitstreiter. Denn meistens mangelt es nur am nötigen Impuls.

Du siehst, Erste Hilfe ist keine Raketenwissenschaft. Man muss nur etwas am Ball bleiben. Und wie erhebend ist das Gefühl, sich bei der nächsten Notfall-Situation im Einkaufszentrum durch die Gaffer zu schieben: „Darf ich mal durch – ich bin Taucher.

Text: Elmar Klemm
Bild: SSI

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