
An Ostern geht an vielen Tauchspots die Saison wieder los. Die Tauchbasen ziehen die Winterrollos hoch und auch unter Wasser erwacht langsam wieder das Leben. Wer sich dagegen mehr für Geschichte interessiert: Jetzt ist die beste Zeit zum Wracktauchen.
Ostsee, Nordsee und zahllose Binnenseen sind gespickt mit historischen Relikten. Manche sind bereits eingehend untersucht und dienen als beliebte Tauchplätze, andere warten bis heute auf ihre Entdeckung oder Identifizierung. Wenn du dich diesen Hinterlassenschaften nähern möchtest, ist jetzt die beste Zeit. Das Wasser wird fast wöchentlich wärmer, bis zur Algenblüte dauert es aber noch eine Weile. Das zeichnet sich oft in überdurchschnittlichen Sichtweiten ab. Und die brauchst du, wenn du zum Beispiel ein Wrack in seiner Ausdehnung fotografieren willst. Oder du möchtest gar archäologische Dokumentationen vornehmen? Auch das Arbeiten unter Wasser fällt jetzt deutlich leichter. Die Bauteile aus Holz und Stahl liegen oft noch frei, so dass wichtige Details leichter ausgemacht werden können. Zum Sommer hin werden sie zunehmend unter einer dichten Algenmatte verschwinden.
Du möchtest gern mal ein heimisches Wrack aus nächster Nähe betrachten? In Deutschland gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, wenn du dir zunächst dein Zielgebiet aussuchst. Dann ermittelst du als nächstes, welche Tauchbasis sich in der Nähe befindet. In der Regel haben sie die spannendsten Sehenswürdigkeiten im Programm. Zur Orientierung geben wir gern einen kleinen Überblick:
Ostsee: Die höchste Wrackdichte zieht sich wie ein Gürtel entlang der klassischen Wasserstraße von der Flensburger Außerförde über Fehmarn, Rerik und Rostock bis nördlich von Rügen und Usedom.
Binnenseen: Hier sind süddeutsche Taucher klar im Vorteil. Die Wrackdichte im Bodensee ist wohl unübertroffen, nicht nur mit dem legendären Raddampfer „Jura“. Doch auch in den benachbarten Gebirgsseen und dem Starnberger See gibt es einige interessante Objekte. In mitteldeutschen und sächsischen Regionen locken vor allem Artefakte aus stillgelegten Tagebauten. Ein besonderes Highlight sind sicher die Bergwerke Miltitz und Nuttlar bei Kassel. Im Norden reizen insbesondere der Werbellinsee nördlich von Berlin, in dem gut ein Dutzend Kaffenkähne gesunken sind. Im Tollensesee in Neubrandenburg kann man Reste einer einstigen Torpedoversuchsanstalt samt zahlreicher Torpedos betauchen. Sehr beliebt ist auch der Schweriner See. Hier kannst du mit Top Dive an der Basis Kosie’s Dive Basis zu alten Lastenseglern und sogar einem abgestürzten russischen Kampfjet fahren.
Na … hast du an Ostern schon was vor?
Text: Elmar Klemm
Foto: Erhard Schulz

