Die wichtigsten Regeln vor und beim Tauchgang

Die Unfallrisiken beim Tauchen sind im Vergleich zu anderen Sportarten relativ gering. Wenn doch mal etwas passiert, ist das sehr oft auf menschliches oder technisches Versagen zurückzuführen. Um auch diese Ursachen so gering wie möglich zu halten, kann es hilfreich sein, einige Sicherheitsstandards aufzufrischen.

Sicherheit ist keine Frage von Verbandsdogmen. Von daher ist es zu empfehlen, immer mal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Gerade bei oft wechselnden Partnern, etwa im Urlaub, oder im Umgang mit Tauchanfängern können konsequent angewandte Standards das Taucherlebnis sehr positiv beeinflussen.

Das Wichtigste bevor es überhaupt ins Wasser geht, ist, sich Zeit zu nehmen. Nix mit Jalla! Jalla! Das Prüfen und Anlegen der Ausrüstung braucht Zeit. Denn mit der Zeit entwickelt man einen routinierten Ablauf und den sollte man auch strikt einhalten. Denn so wird man am ehesten feststellen, wenn mal etwas nicht stimmt. Funktionieren die Atemregler? Wann war eigentlich die letzte Revision? Ist das Mundstück noch intakt? Und sind die Regler so angeordnet und arretiert, dass man sie im Notfall sofort bedienen kann? Diese Fragen sollte man sich bei allen Komponenten stellen. Für die eigene Ausrüstung und die des Buddys – gerade wenn mit unterschiedlichen Konfigurationen getaucht wird. Es gibt verschiedene Briefingformeln, die helfen, sich systematisch abzuklopfen.

Wie soll der Tauchplan aussehen? Ist man der anstehenden Herausforderung gewachsen? Hier darf man gern ehrlich sein. Es ist keine Schande, Unsicherheiten vor einem Tauchgang zuzugeben. Alles, was an Land vorbereitet wird, führt unter Wasser nicht zu Missverständnissen. Denkt dran, ausreichend Wasser zu trinken. Je flüssiger das Blut desto besser der Abtransport von Mikrobläschen. Ja, das fördert den Harndrang. Insbesondere Trockentaucher sind hier angehalten, sich entsprechend zu präparieren. Die Industrie bietet verschiedene Lösungen an. Denn auch das gehört zur Sicherheit. Sprecht vor dem Tauchgang ruhig auch noch einmal die Handzeichen ab: Plan your dive and dive your plan.

Nun erwartet euch ein hoffentlich eindrucksvoller Tauchgang. Man steigert den Genuss erheblich, wenn man den Tauchgang in Ruhe durchführt. Nehmt eine stabile Wasserlage ein und haltet stets den Kontakt zu den anderen Teammitgliedern. Eure Aufmerksamkeit sollte nicht nur dem Team gelten, sondern auch der Umwelt, die wir als Natursportler selbstverständlich schonen. Das heißt, wir fassen nichts an oder halten uns gar irgendwo fest. Und natürlich ist jede Form von Grundberührung tabu. Ein wesentliches Merkmal einer sicheren Tauchgangsführung ist, dass ich auch dort austauche, wo es geplant ist. Freiwasseraufstiege sollten vermieden werden. Wenn es doch nötig ist, denkt dran, vorher die SMB zu setzen.

Text: Elmar Klemm
Bild: Pre-Check 

Eintauschaktion von BARE bis 15.12.2025
Auf zur boot