
Du möchtest deine Leidenschaft zum Beruf machen oder dir mit deinen Erfahrungen im Urlaub etwas dazuverdienen? Als Tauchlehrer geht das. SSI etwa ermöglicht dir eine dreistufige Entwicklung zum Instructor. Die Voraussetzung für diesen Weg ist die Brevetierung als Divemaster.
Soweit der formale Rahmen, den Rest kann man lernen. Doch viel interessanter ist die Frage: Was unterscheidet eigentlich einen guten Tauchlehrer vom Durchschnitt? Hier kommen nämlich noch ganz andere Fertigkeiten zum Tragen. Das größte Unterscheidungsmerkmal ist sicher der Erfahrungsvorsprung. Ein Tauchlehrer ist Mentor und Vorbild. Je größer das theoretische Wissensspektrum, desto höher die Autorität. Man sollte schon in der Lage sein, auch Fragen aus angrenzenden Disziplinen ohne langes Überlegen zu beantworten. Dem schließen sich verschiedene praktische Fertigkeiten an. Ein souveräner Tauchlehrer ist fit in Erste Hilfe, ist technisch soweit versiert, dass er zumindest kleine Reparaturen schnell durchführen kann und kennt sich mit verschiedenen Systemen und Konfigurationsmodellen aus. Das mag im ersten Moment viel klingen. Tatsächlich kommt das meiste ganz von selbst mit der Zeit. Wo wir bei einem entscheidenden Stichwort wären: Zeit. Nehmt euch Zeit für diesen Schritt. Man kann nur seriös vermitteln, was einem selbst ins Blut übergegangen ist. Und das dauert eben eine Weile. „From Zero to Hero“-Karrieren sind hier wenig zielführend. Wer aber seine Techniken aus dem Effeff beherrscht und obendrein noch Spaß an der Vermittlung hat, wird dies auch mit der gebotenen Ruhe lehren können. Und dann macht der Schüler auch wirklich sichtbare Entwicklungssprünge.
Ein letztes noch: Ganz gleich ob du an einer Tauchschule im In- oder Ausland tätig wirst, du solltest die regionalen Spots kennen, um deinen Schülern als kompetenter Ratgeber gegenüberzutreten. Oder fändest du einen zum Beispiel norddeutschen Ausbilder als Repräsentant der Tauchszene überzeugend, der kein Gewässer außer Hemmoor kennt?
Text: Elmar Klemm
Foto: SSI

