Kosie’s DIVE Basis ist bekannt für Flexibilität und Aufgeschlossenheit – auch anderen Tauchverbänden gegenüber. Daher wurde auch die Anfrage des VDST nach einer Kurslogistik sofort positiv beantwortet. Und so fand Ende August 2025 in Raben Steinfeld und Mueß ein viertägiger Kurs „Unterwasserarchäologie 1“ statt.
Die 14-köpfige Gruppe hat sich von Donnerstag bis Sonntag in einer nahen Herberge einquartiert. Hier werden die Teilnehmer in einem eigens gemieteten Schulungsraum mit wissenschaftlichen Grundlagen, historischen Hintergründen, Rechtskunde und vor allem mit den Dokumentationsmethoden vertraut gemacht. Anschließend geht es zu einer Exkursion ins Landes-Denkmaldepot in Schwerin. Der archäologische Leiter Dr. Jens Auer begrüßt den Kurs mit einem Vortrag und zeigt, wie man historische Kanonen mit einem 3D-Scanner erfasst. Der zweite Tag startet mit einem fundierten Einblick in die Photogrammetrie. Der Fachreferent begleitet den Kurs über die gesamte Dauer und liefert immer wieder aktuelle 3D-Berechnungen. Nachdem auf dem Außengelände an Stockanker und Wrackdummy Orthogonal- und Trilaterationsvermessung geübt wurde, geht es anschließend in den Tauchparcours von Kosie. An drei verschiedenen Wracks wenden die Teilnehmer die erlernten Techniken nun unter Wasser an. Eine Aufgabe, die alle perfekt meistern.
Dann kann es ja rausgehen. Mehrmals legt Kosie mit seinem Einsatzboot ab, um die Taucher zum Wrack des historischen Lastenseglers rauszufahren. Jedem Team wurde vorher je ein Drittel des fast 30m langen Schiffs zugewiesen. Ebenso wurden vorher Aufgaben verteilt. Die meisten nutzen den ersten Tauchgang, um sich erstmal einen Überblick zu verschaffen. Absolut sinnvoll, um folgende Arbeiten sinnvoll planen zu können. Dann geht es wieder in den Schulungsraum. Diese Kurspremiere wird vom VDST einmalig abgenommen. Dazu ist der archäologische Leiter extra aus Frankfurt/Main angereist. Gerd Knepel hat viele Jahre die Dokumentationen der Kaffenkähne im Brandenburger Werbellinsee geleitet – genau da, wo Kosies Team diesen Sommer seine Sommerausfahrt hin gemacht hat. Mit spannenden Gesprächen beschließen wir den dritten Kurstag mit einer stimmungsvollen Grillparty auf Kosie’s Tauchbasis.
Zum Finale führt der passionierte Unterwasserfilmer und Produzent Jens-Uwe Lamm in das Thema Unterwasser-Film ein. Mit der langjährigen Erfahrung zahlreicher Dokumentationsfilme – auch über die Wracks im Schweriner See – spricht er über Kameraführung und Licht und erläutert, wie aus dem Material schließlich ein guter Film wird. Anschließend werden die Ergebnisse der vier Tage ausgewertet und dokumentiert. Beim abschließenden Bummel durch das angrenzende Freilichtmuseum für Volkskunde sind sich alle einig: Der Kurs in Unterwasserarchäologie hat gefordert und gefördert – und vor allem allen viel Spaß gemacht.
Es wird gemunkelt, dass es 2026 eine Wiederholung geben soll. Am Schweriner See … auf Kosie’s Tauchbasis. Der Kurs ist übrigens nicht auf VDST-Mitglieder beschränkt. Mitmachen kann jeder, der sich für Unterwasserarchäologie begeistert.
Text und Fotos: Elmar Klemm



